Das Internet vergisst nie und bietet die Grundlage für Stoff aus dem Mythen werden.

https://www.linkedin.com/pulse/nad-mit-dirac-live-wolfgang-hoehne/

Hintergrund: Da sich NAD Geräte großer Beliebtheit erfreuen, werden sie hier und dort zu einem „Testobjekt“. Es ist für einen Hersteller zweifelsfrei toll, wenn dann Gutes berichtet wird. Aber auch kritische Erfahrungen sind wichtig und werden ernst genommen. im folgenden Fall haben wir uns daher erneut dem Thema DIRAC Live und Centerkanal-Korrektur angenommen. Denn letztere soll laut einigen Gerüchten, die im Netz kursieren, gar nicht stattfinden

Der vereinfachte Versuchsaufbau wurde als 3.0 Konfiguration mit einem NAD758v3i und DALI Phantom-S Lautsprechern realisiert. Das Messmikrofon des NAD wurde per beiliegendem USB-Adapter an ein Lenovo-Laptop mit Win10 Pro angeschlossen. Das Mikrofon wurde recht willkürlich vor den Lautsprechern positioniert. Es sollte ja nur eine Vergleichsmessung „Vorher-Nachher“ werden, um heruszufinden, ob hier ein Unterschied besteht – und keine komplette Einmessung, mit der dann DIRAC auch am besten klingt.

Nachdem alle drei Kanäle eingemessen wurden, sind wir zum „Filter-Design“ gesprungen. Hier meckerte jetzt die DIRAC-Live Software, das wir zu wenige Messpunkte hätten. Egal, denn wir wollten nur überprüfen, ob der Center genauso behandelt wird wie der linke und rechte Kanal und ob das „vorkalkulierte“ Ergebnis auch mit einer Nach-Messung übereinstimmt.

Zur Vergleichsmessung haben wir die Freeware „REW“ genutzt. REW kann nämlich auch das Signal des NAD USB-Mikrofons verarbeiten. Ein hochwertiges 3.5mm Miniklinke auf Chinch Kabel von Laptop zum Line-In Fronteingang des NAD – und dann die Pegel eingestellt.

Bei insgesamt vier Durchgängen haben wir den linken Kanal und den Center mit jeweils ein- und ausgeschaltetem DIRAC-Filter gemessen. Als Surround-Programm haben wir Multi-Chanel-Stereo gewählt, damit der Center auch ein gleichwertiges Signal erhält wie der Frontkanal. Dabei wurde der gerade nicht zu messende Lautsprecher stets vom Terminal genommen. Das Ergebnis war äußerst interessant:

Deutlich zu erkennen sind die Frequenz-Linarisierung und Pegelanpassung, die zu einer recht ähnlichen Wiedergabe-Kurve führen. Damit konnten wir die Erfahrung NICHT teilen, das der Center-Kanal falsch bzw. gar nicht mit DIRAC korrigiert wurde.

Selbst die simmulierte Frequenzkurve ist nicht weit von der real (rot) gemessenen entfernt
Bravo DIRAC!

Die grüne Line ist die Simulation in DIRAC und die rote Linie der gemessene Frequenzgang mit REW unter Verwendung des NAD-USB Mikrofon-Adapters.

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